Home Boxen allgemein 2. CISM-Meisterschaft – Bundeswehr-Boxer feierten eigenes Woodstock

2. CISM-Meisterschaft – Bundeswehr-Boxer feierten eigenes Woodstock

by Wolfgang Wycisk

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Marinetaucher Jansen im Vorwärtsgang

Marinetaucher Jansen im Vorwärtsgang

Photo: Sportschule der Bundeswehr

„Nec aspera terrent“ – „Widrigkeiten schrecken nicht“

ist das Motto der Minentaucher. Und Widrigkeiten gab es genug, die A. Hergenröder mit seinen Kameraden von der Minentaucherkompanie in Eckernförde für die Teilnahme an der 2. Boxmeisterschaft der Bundeswehr lösen mussten.
Was den Soldaten mit den „Bomben-Jobs“ an Erfahrung fehlte, machten sie durch Einsatzbereitschaft wett. Hergenröder hatte Erstaunliches geleistet und war während der Kämpfe sichtlich stolz auf seine teilnehmenden Athleten, besonders auf Soldat D. Jansen.

Die 2. deutsche CISM-Boxmeisterschaft der Bundeswehr (CISM-DM) fand vom 2. April bis zum 6. April in Warendorf statt. Wieder war die Organisation erstklassig, die Kämpfe spannend und die Urteile gerecht. Im Vergleich zur ersten Bundeswehr-Meisterschaft hatte sich die Teilnehmerzahl mehr als verdoppelt! Fast 100 Athleten boxten ihre neuen Champions aus. Mit dieser CISM-DM feierten die Faustkämpfer der Bundeswehr ihr eigenes Woodstock.

Der Meister in Cruiser von 2023, M. Spörle war dieses Jahr als Kommentator gefordert, denn alle sechs Veranstaltungen der Meisterschaft wurden im Intranet der Bundeswehr live übertragen. Seinen Titel übernahm Gebirgsjäger D. Krasnikov, der nach Siegen über den Minentaucher S. Schlue sowie A. Borgmann im Kampf um Gold oder Silber R. Özdemir besiegte.

Wie lief es für die Boxgiganten mit mehr als 100 absolvierten Fights? Davon gab es drei, und zwar die Soldaten Ualikanov (114), Müller (188) sowie Popp (140).

Kaum einer der Fachleute zweifelte daran, dass Weltergewichtler Ualikhanov den Sprung aufs oberste Treppchen meistern würde. Er boxte eine geile DM und warf mit atemberaubender Technik und der Rasanz eines Fliegengewichtlers im Semifinale F. Bairami aus dem Rennen. Im Finale gegen den Studenten der UniBW München U. Traschler wurde er nicht ein einziges Mal getroffen.

Müller trat im Mittelgewicht an. Neben sieben ersten, einem zweiten und vier dritten Plätzen auf deutschen Meisterschaften gehört auch eine Vize-Europameisterschaft zu seinen Meriten. In der Bundesliga war er Nordhausens Liebling. Die Experten hatten ihn ganz oben auf ihren Zetteln. Doch die Realität kann brutal sein, obwohl für ihn zuerst alles nach Plan lief.

Der Rechtsausleger erwischte in seinem Auftaktkampf gegen A. Herter einen optimalen Start. Szenische Attacken, gekonnte Paraden, er agierte im Ring wie ein Florett-Fechter auf der Planche.

Nach dem gelungenen Einstand kletterte er im Finale zu D. Kühnl in den Ring, der in seinem Halbfinale den Vorjahressieger Y. Hanson knapp schlug.

Es war ein Kampf zwischen zwei Feintechnikern. Beide schlugen höchst variabel zu Kopf und Körper. Überraschend gab Müller den Kampf nach der ersten Runde auf. Er hatte sich am Schlaghand-Ellbogen verletzt. Bis dahin hatte er hauchdünn geführt. Man sah Kühnl an, dass er das Gefecht lieber zu Ende gebracht hätte, statt durch Müllers Verletzungspech zu gewinnen.

Im Vorjahr konnte A. Popp nicht zum Superschwergewichtsfinale antreten. Damals brach er sich im Halbfinale bei dem wohl härtesten Aufwärtshaken der Bundeswehr-Boxgeschichte die Mittelhand. Diesmal wurde es Gold. Zweimal trat er an, zweimal siegte er. Sein Kamerad R. Schulz erwies sich im Semifinale als zäher Gegner, konnte ihm aber nicht gefährlich werden.

Im Fight um Platz eins stand er dann A. Kalina gegenüber. Nach einem präzisen Cross ans Kinn taumelte Kalina in der ersten Runde zu Boden. Im zweiten Durchgang erwischte er ihn mit dem übelsten Leberhaken der Meisterschaft. Referee Sebastian Köber zählte Kalina an. Bei „Acht“ stand er wieder und signalisierte Kampfbereitschaft. Trotzdem ließ ihn Köber nicht weiterboxen und das war die richtige Entscheidung.

Unter den Fans war auch Flottillenadmiral Stefan Plath. Leider ist ihm das spannendste Gefecht der Meisterschaft entgangen. Doppelt schade für ihn, denn einer der Finalisten war „sein“ Minentaucher D. Jansen. Wie entfesselt stritten Krumpen und Jansen um den Sieg. Krumpen hielt den Marinesoldaten vom Typ Hulk auf Distanz. Der ging immer wieder beidhändig in die Angriffe. Krumpen mied dessen gefährlichen Schwinger. Hätte einer von denen getroffen, er wäre unweigerlich umgefallen. Dennoch, in der Endabrechnung hatte Krumpen das Nachsehen. Jansen nahm mit einem knappen 2:1 Punktsieg die Goldmedaille im Superschwergewicht der B-Klasse mit nach Eckernförde.

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