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Im Gespräch: GBU Weltmeister Mohammed Bekdash !

by Fabrizio Alexander Burk

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Köln – Mit dem Titelträger der Global Boxing Union (GBU) im Halbschwergewicht, Mohammed „The Destroyer“ Bekdash, ist ein erster Mann in unserer neuen Reihe „Im Gespräch“ zu Gast.

Mohammed Bekdash mit GBU Titel bei einem Pressetermin!

Dieser musste in seinem Leben bisher einiges durchmachen, unter anderem die Flucht aus Syrien und den Aufbau einer neuen Existenz. Dennoch weiß Bekdash genau, wo seine Träume und Visionen der Zukunft liegen.
Aus diesem Grund haben wir mit dem in Köln wohnhaften Boxer, der neben dem „Greatest of all Time“ Muhamed Ali auch den legendären „Prinzen“ Naseem Hamed als Vorbilder nennt, gesprochen. Was es zu sagen gab, lest ihr im Text!

Corona sorgte für ordentlich Wirbel!

Wie auch alle anderen Boxer im Box-Zirkus ist natürlich auch unser Halbschwergewichts-Champion von Corona nicht verschont geblieben. Neben fünf bis sechs geplanten Auftritten in 2020, die nun eigentlich vor der Türe stehen würden, wurde selbstredend auch die komplette Jahresplanung über Bord geworfen. Unter anderem zogen Sponsoren die Zusagen zurück und somit muss Bekdash auch vollumfänglich seinen Lebensunterhalt selbst verdienen.

GBU-Weltmeister im Halbschwer – Mohammed Bekdash

Er schildert uns dazu wie folgt: „Ohne große Sponsoren und eigenen Manager ist es natürlich schwierig, aber ich bin positiv. Ich gehe neben dem täglichen Training, das wir etwas umstrukturieren mussten, auch wieder Stundenweise arbeiten, denn es muss ja normal weitergehen!“ Deshalb gilt es für den 27-jährigen Kölner natürlich trotzdem weiterhin am Ball zu bleiben. Was Bekdash, der normalerweise bis zu fünf Stunden am Tag trainiert, zum aktuellen Training und zur Corona-Situation zu sagen hat: „Im Normalfall trainieren wir natürlich mehrmals am Tag, im Moment ist es aber so, dass aufgrund der verschärften Gesetzeslage nur wenig professionelles Training stattfinden kann. Ich versuche natürlich mich bestmöglich fit zu halten, durch tägliche Ausdauer- und Konditionsübungen, aber auch durch Koordination und Kraftübungen. Wenigstens eine gute Grundlage muss das Ziel sein, um dann schnell angreifen zu können, denn es gibt keine Ausreden, wir sind alle gleich betroffen in der Situation und müssen das Beste daraus machen“.

Bekdash schickt Kampfansage an die Konkurrenz

Bekdash ist erfolgreich! Photo: Devad Handanovic

Wie es nun sportlich, trotz Corona, für den bisher ungeschlagenen Kölner weitergehen soll, erklärte er ebenfalls: „Für Ende des Jahres haben wir noch mögliche Optionen, da muss man natürlich sehen wie sich alles entwickelt. Aber wenn wir etwas auf die Beine stellen, dann entweder eine mögliche Verteidigung meines GBU-Weltmeistertitels oder aber ein Auslandskampf in Saudi-Arabien. Hier steht dann eventuell sogar ein Duell um den WBC-International-Silver Belt auf dem Programm. Das wäre natürlich eine ganz große Internationale Angelegenheit, die mich unheimlich stolz machen würde, da ich mir nach meiner Flucht aus Syrien hier in Deutschland alles mehr oder weniger alleine aufgebaut habe, ohne große Sponsoren und Manager und deshalb bin ich hungrig, auch auf nationale Kämpfe. Ebenso ist mir das Halten und Verteidigen meines GBU-Titels viel Wert. Denn die GBU ist ein traditionsreicher Verband, der mit dem neuen Präsidium sicher wieder im Kommen sein wird. Zudem kämpfen viele gute Boxer zukünftig wieder um diese Titel und daran wird man wachsen. Außerdem erinnere ich mich gerne an meinen Kampf in Köln zurück, als ich Weltmeister der GBU geworden bin. Das war eine klasse Veranstaltung mit guter Stimmung und der Verband ist weltweit organisiert, das kann nur gut sein. Deshalb scheue ich niemanden und bin für jede Chance mehr als bereit. Mein großes Ziel ist es nach wie vor Weltmeister bei mindestens einem der großen Verbände zu werden. Dafür muss man mir jedoch auch Chancen geben und den Mut haben sich mir zu stellen. Mir wird hier in Deutschland zu oft nur „Showtime“ gezeigt und kein richtiges Boxen. Bis auf ein, vielleicht zwei Ausnahmen haben wir keine starken Boxer im Halbschwergewicht in Deutschland. Ich hoffe ich kann das in den nächsten Jahren ändern“.

Ein kurzer Blick in die Vergangenheit – die Zukunft steht vor der Tür

Bekdash, welcher 2014 nach Deutschland kam und zunächst in einem Asylantenheim in München für 1 ½ Jahre untergebracht war, ist seiner neuen Heimat sehr dankbar und weiß die gebotenen Chancen zu nutzen, er sagte: „Ich will ein Botschafter sein, für Syrien und Deutschland. Ich bin 2014 hierhergekommen und man hat mich offen empfangen, sicherlich gab es auch schwierige Zeiten, aber die Leute waren alle hilfsbereit. Ich habe 2016 die Papiere bekommen und sofort versucht, im Profilager Anschluss zu finden und auf meinen 80 Amateurkämpfen aus Syrien aufbauen zu können. Integration wurde mir leicht möglich gemacht und aufgrund der vielen anderen Möglichkeiten, die mir gegeben wurden, will ich so viel wie möglich zurückgeben und für Syrien, die GBU, sowie Deutschland ein Vorbild und gemeinsamer Weltmeister sein! Ich bin zufrieden und angekommen, deshalb steht Deutschland in meinem Herzen auch auf einer Stufe mit Syrien!
Auch für den Ausblick auf die nächsten beiden Jahre weiß der zielstrebige Champion eine schnelle, passende und genauso abschließende Antwort: „Ich bin in zwei Jahren Weltmeister und die Nummer Eins meiner Gewichtsklasse, für Deutschland und Syrien gemeinsam, das steht für mich fest!

Text: Global Boxing Union

GBU-Weltmeister im Halbschwer – Mohammed Bekdash

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