Home Boxen allgemein TKO-Sieg über Nunez – Feigenbutz nun Internationaler Champion der IBO

TKO-Sieg über Nunez – Feigenbutz nun Internationaler Champion der IBO

by Fabrizio Alexander Burk

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Ludwigshafen – Nach der Undercard, die vor gut 1500 Zuschauern über die Bühne gebracht wurde und man dort insgesamt fünf Begegnungen geboten bekam, ging es für die Kämpfer im Ring hingegen zum Main-Event des Abends. Dieses beinhaltete zwei Titelkämpfe bei den Verbänden der IBO und der GBU. Im ersten Titelkampf standen sich der Lokalmatador Ahmad Ali und sein Kontrahent aus Berlin, Arman Torosyan, gegenüber. In diesem Titelkampf ging es um die Weltmeisterschaft nach Version der GBU (Global Boxing Union) im Superweltergewicht. Im eigentlichen Hauptkampf des Abends kam es zum Vergleich zwischen dem „Iron Junior“ Vincent Feigenbutz und seinem Herausforderer aus dem spanischen Pamplona, Cesar Nunez. Bei diesem Gefecht ging es neben der Weltmeisterschaft nach Version der GBU auch um den Internationalen Titel der IBO  (International Boxing Organisation). Angesetzt wurde dieses Duell ebenfalls auf 12 Runden. Allen voran das Duell „Ali vs. Torosyan“ bot einiges an Unterhaltung und sorgte damit für Kurzweil bei den mittlerweile knapp 2000 angereisten Zuschauern.

Feigenbutz abgezockt zum nächsten vorzeitigen Erfolg

Im letzten Kampf des Abends ging es für die Sauerland-Hoffnung, Vincent Feigenbutz (30-2, 28 KOs), um die Internationale Meisterschaft der IBO sowie die Weltmeisterschaft nach Version der GBU. Sein Gegner war der 34-jährige Spanier Cesar Nunez aus Pamplona in der spanischen Autonomie Navarra. Für Nunez, der mit einem Rekord von 16-0-1 (8 KOs) anreiste, stellte er sich mit dem „Iron Junior“ seinem bisher wohl stärksten Kontrahenten. Für den Spanier bedeutete das auch, dass er sich erstmals im Ausland präsentieren durfte. Dass deshalb Feigenbutz als der klare Favorit in das Seilgeviert stieg, war nicht sonderlich verwunderlich. Nach einem verhaltenen Beginn beider Boxer, die sich damit zunächst abtasteten gelang es dem „Eisenjunior“, ab dem zweiten Durchgang das Tempo klar zu bestimmen und sauber aus der Mitte heraus zu agieren. Nunez agierte ebenfalls des Öfteren aus der Mitte heraus, konnte aber Feigenbutz dann nicht sonderlich beeindrucken. Generell gilt festzuhalten, dass die Arbeit von Zoltan Lunka mittlerweile Früchte getragen hat, wenngleich es gilt weiter an der Defensive zu arbeiten.

Nach den ersten Runden konnte Feigenbutz das Tempo im fünften Durchgang deutlich erhöhen und seine beste Runde präsentieren. Nunez hatte dazu mit mehreren Schwellungen in der linken Gesichtshälfte zu kämpfen. In der sechsten Runde kam der Spanier dann noch einmal zu mehreren eigenen Aktionen und zeigte seinerseits die bis dato beste Runde. Doch in den folgenden beiden Runden konnte Feigenbutz das Tempo noch einmal anziehen und kam so mit harten Treffern zum Kopf und Körper des zähen Spaniers durch. Nach einem beinahe Niederschlag zum Ende der siebten Runde war es ein gewaltiger Schlag in die Magenregion, die Nunez letztlich zu Boden gehen ließ. Der rappelte sich noch einmal auf, schlug den Ringboden und zeigte seine Kampfbereitschaft, musste jedoch umgehend erneut harte Hände nehmen. Darauf hin fand er sich kurze Zeit später erneut auf dem Ringboden wieder. Nach einer letzten finalen Schlagserie, die fast komplett traf, hatte Ringrichter Jörg Milke genug gesehen und ein Einsehen. Er beendete das Gefecht und Vincent Feigenbutz war somit neuer Titelträger des Internationalen Titels der IBO. Bleibt abzuwarten, wie es nach den guten Darbietungen gegen den Polen Opalach und nach Cesar Nunez nun für Deutschlands Hoffnung im Supermittel weitergeht und ob sich die angesprochenen Kämpfe mit den Top 20 wirklich realisieren lassen.



Ahmad Ali nach anfänglichen Mühen erfolgreich gegen Torosyan

Das Main-Event wurde von einer interessanten Ansetzung eröffnet. Im Superwelter-Limit kam es zum Vergleich zwischen dem Lokalmatadoren Ahmad Ali (14-0-1, 10 KOs), der damit auch die Zuschauer in der Halle hinter sich hatte, und seinem Kontrahenten, dem von Georg Bramowski trainierten Arman Torosyan (19-6-1, 16 KOs). Für den Berliner Torosyan ging es nach zwei Niederlagen gegen Jama Saidi auch um den Fortbestand seiner Karriere und daher war ein beherzter Auftritt bereits im Vorfeld erwartet worden. Dementsprechend begann der 36-jährige auch und bestimmte in den Anfangsrunden das Geschehen mit gut gesetzten Kontern aus der Distanz heraus und es gelang es dem gebürtigen Armenier, Lücken in der Deckung bei Ali zu finden und auszunutzen. Dementsprechend konnte man zumindest in den ersten Runden von einer klaren Tendenz für Torosyan sprechen. Doch ab der vierten Runde hatte es den Anschein, als müsste Torosyan seinem hohen Tempo Tribut zollen. Ali gelang es nun, das Ruder herumzureißen und den Kampf auf Augenhöhe zu bringen.
Wenngleich die Deckung des deutschen immer noch zu wünschen übrig ließ. Aber auch Torosyan gelang es nicht mehr, seine Größenvorteile auszunutzen.

Nach anfänglichen Mühen der Lohn für Ahmad Ali!Es entwickelte sich daher in der Folge ein dynamisches und ereignisreiches Gefecht, das Treffer auf beiden Seiten in ausreichender Form bieten konnte und deshalb auch unterhaltsam blieb. Nach den mittleren Runden, die allesamt eng und umkämpft waren, waren auch die Championship-Rounds von Nöten um einen Sieger zu ermitteln. In diesen letzten drei Runden, die für beide Boxer sogar noch einen Punktabzug wegen Missachtung des Ringrichter-Kommandos zur Folge haben sollte, gelang es nur einem Kampfrichter ein faires Urteil zu Stande zu bringen. Insgesamt scorte man  den Fight unverständlicherweise zweifach mit gleich ACHT! Runden für Ali der damit ein zweifaches 117:109 und ein 115:113 für sich verbuchen konnte. Der Zuspruch des Sieges an Ali geht sicherlich in Ordnung, die beiden 117:109 Wertungen spiegelten jedoch nicht den Kampfverlauf weiter. Im Anschluss an die Verkündung des Urteils gab Arman Torosyan bekannt seine Karriere zu beenden. Zum Abschluss sagte Manager Rainer Gottwald auf Nachfrage: „Ich habe ebenfalls ein faires 115:113 auf meiner Wertung errechnet, ich denke der Sieg für Ali geht insgesamt auch in Ordnung. Herzlichen Glückwunsch an Arman Torosyan für diese besondere Leistung im Spätherbst seiner Karriere. Das spricht für die Einstellung und der Verbundenheit zum Sport bei Torosyan. Solche Tugenden sind auch immer hoch einzuschätzen und sprechen für sich”.

 

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