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Bielefelder Dimitar Tilev will Kampf gegen Leon Bauer

by Wolfgang Wycisk

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Dimitar Tilev mit Coach Zoltan Lunka

Foto D. Tilev

„Ich will nach Marco Huck Bielefelds zweiter Profiboxweltmeister werden! Dimitar Tilev, 24, hat sich einiges vorgenommen.  Der Bronzemedaillengewinner der Junioren WM 2011 wechselte im Juni letzten Jahres zu den Profis und verfolgt seitdem akribisch das Ziel vom WM-Titel.  Den Gegner dafür hat er bereits ausgemacht.

Es ist Leon Bauer, der im April 2015, 15-jährig seinen ersten Profikampf durch KO gewann. Nur wenig später wechselte er in das Team Sauerland. Damals galt er als jüngster Berufsboxer Europas. 2016 gewann er den Junioren WM-Title der IBF, den er bereits zweimal erfolgreich verteidigte.

Und genau dieser IBF Junioren-Weltmeister ist der Titel, den Tilev für sich beansprucht. Viel Zeit bliebe ihm dafür nicht mehr, denn gemäß der Wettkampfstatuten müsste er den Titel mit Vollendung des 25. Lebensjahres wieder abgeben. Das wäre im Februar 2020.

Tilev sieht den Kampf (wenn er zustande käme) als Push im Ranking, um möglichst schnell einen Ranglistenplatz zu ergattern, der lukrative und interessante Kämpfe verspricht.
Dass er verlieren könnte, darüber denkt er gar nicht nach. Worte wie Niederlage haben in dem Wortschatz des Supermittelgewichtlers keinen Platz. Tilev ist ein Angriffsboxer, der seine Gegner unter Druck setzt. Das war beim Fritz Sdunek Memorial, bei dem er in seinem Debut Mazen Gerke schlug, genauso wie gegen Beka Mukhulishvili dem wohl härtesten seiner bisher sieben Gegner.

Ginge es nach Statistiken, bräuchte „Dimi“, wie ihn seine Freunde nennen,  gar nicht gegen den Hatzenbühler antreten:

  • Leon Bauer wird trotz seiner 20 Jahre im deutschen Profiboxen bereits auf Platz sieben geführt. Nur Tyron Zeuge, Vincent Feigenbutz, Juergen Brähmer, Stefan Härtel, Robin Krasniqi und Toni Kraft sind besser platziert. Tilev dagegen rangiert auf Platz 25.
  • Glaubt man Analyse-Funktionen, wie der „what-if“ Simulation von Boxrec, dann hätte der Bielefelder nicht den Hauch einer Chance. Bauer liegt in der Simulation mit 92:8 klar vorn.

Warum ist Tilev trotzdem siegessicher? Seiner Argumentation kann man sich durchaus anschließen. Allein seine geringe Zugehörigkeit zum Profizirkus verbieten seriöse und verlässliche Statistiken, bzw. Analysen. Mit seinen sieben Kämpfen, konnte er sich im Ranking noch gar nicht so hocharbeiten, wie Bauer mit seinen 17.

Tilev baut auf sein Talent, seine Schlagstärke und seine Erfahrung im Boxring. Von all dem kann er einiges vorweisen. Als Amateur bestritt er über 100 Fights, stand bei großen Events regelmäßig auf dem Podest und kämpfte dabei gegen die weltbesten Boxer.

Wären das Sauerland Team und Leon Bauer überhaupt bereit gegen Tilev anzutreten? Leon Bauer ist in seiner Karriere noch niemanden aus dem Weg gegangen. Warum sollt er jetzt Tilev ausweichen?

Ob der Kampf allerdings ein Titel-Fight wäre, ist unklar. Die IBF-Statuten schreiben vor, dass die Pflichtverteidigung eines WM-Gürtels spätestens nach neun Monaten durchgeführt werden muss. Demnach wäre der Junioren Weltmeister im Supermittelgewicht vakant, denn Bauers letzte Titelverteidigung war Anfang Juli 2017.

Thomas Schwarz von TSFightsport managt Tilev. Er war ein wenig überrascht, dass Tilev Leon Bauer bereits in den sozialen Medien herausgefordert hat.
Trotzdem, er steht wie eine Wand hinter seinem Boxer: „Ich werde Dimis Wunsch natürlich unterstützen, denn es ist einer dieser Kämpfe zwischen zwei großartigen Fightern, die das Deutsche Profiboxen dringend braucht“, so Schwarz.

Titelverteidigung oder „nur“ das Duell zweier hervorragender Deutscher Boxer?
Unterm Strich wird es den Fans egal sein. Dimitar Tilev steht für krasses Boxen und das ist das, was er gegen Leon Bauer abliefern möchte.

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